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Castingshows in Deutschland: Vom Superstar zum Supermodel

Castingshows und der Traum, ein Star zu sein: Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, als die No Angels mit ihren Engelsstimmen und Hits wie „Daylight in your Eyes“ Millionen von Fans begeisterten oder Alexander Klaws in Schwiegersohn-tauglicher Manier „Take me Tonight“ ins Mikrofon hauchte. Aber dennoch läuteten diese Talente in Deutschland eine besondere Zeit ein – die Ära der Castingshows.

Talent ist nicht alles

Auftritte können nicht spektakulär genug und die Stimmen nicht zu schrill sein. In Model-Shows wie „Germany’s next Topmodel’ oder das ‚Perfekte Model“ sind es die Beine der Kandidatinnen, die nicht lang genug sein können. Ohne Zweifel: Castingshows faszinieren die Menschen, auch wenn die Begeisterung des Publikums bei der Suche nach den großen Stars von morgen im Laufe der Jahre stetig nachgelassen hat. Dennoch sind Castingshows TV-Formate der deutschen Fernsehlandschaft, die heute nicht mehr wegzudenken sind. Nachdem die Castingshows „Popstars“ sowie „Deutschland sucht den Superstar“ den Grundstein für das Konzept dieser Sendeformate legten, begaben sich immer mehr Sendungen immer häufiger auf die Suche nach den Stars von morgen. Sat1 reagierte auf den großen Erfolg von „Deutschland sucht den Superstar“ (auch „DSDS“) mit dem Format „Star Search“. In den Jahren 2003 und 2004 suchte die Jury in der Sendung nach potentiellen Sängern, Models und Comedians. Kurios ist, dass Gewinner Rockröhre Martin Kesici oder Comedian Ingo Oschmann relativ schnell wieder an Popularität verloren. Bill Kaulitz schied hingegen im Achtelfinale der Sendung aus und feierte einige Jahre später weltweite Erfolge mit seiner Band Tokio Hotel.

Weitere Castingshows wie „SSDSGPS“ alias „Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“ oder „Unser Star für Oslo“ mit Grand-Prix-Gewinnerin Lena-Meyer Landruth folgten und zeigen, dass den Sendeformaten gelegentlich doch ein Glücksgriff gelingt. Generell genießen die Gewinner der Shows bei Kritikern kein hohes Ansehen und werden häufig mit Retortenbands verglichen. Und tatsächlich beweist der Blick auf die Erfolgsstatistiken, dass die Superstars von morgen zumeist zu One-Hit-Wondern mutierten. Gebürtigen Popstars wie den Preluders, Overground oder Nu Pagadi waren allesamt nur ein Nummer-Eins-Hit vergönnt. Von diesen Erfolgen konnten andere Popstar-Bands wie Melouria oder La Vive sogar nur träumen. Positive Ausnahmen waren neben den No Angels Bands wie Bro’Sis, Queensberry oder Monrose, die die Charts über Jahre hinweg dominierten und von denen heute dennoch keine einzige Band mehr aktiv am Musikgeschäft teilnimmt. Auch um die „Engel“ Sandy, Lucy, Nadja, Jess (Vanessa ist zu diesem Zeitpunkt schon aus der Band ausgestiegen) ist es nach dem Misserfolg beim Eurovision Song Contest still geworden.

Ähnliche Tendenzen sind bei Castingshows wie „X Factor“ mit Siegern wie Edita Abdieski oder „DSDS“ mit One-Hit-Wondern wie Elli Erl, Tobias Regner oder der neulich gekürten Aneta Sablik erkennbar. Allerdings standen auch bei DSDS Sieger wie Mark Medlock oder Schlagerprinzessin Beatrice Egli auf der Bühne, die über Jahre hinweg die Hitlisten anführten und zum Teil noch immer im Musikgeschäft tätig sind. Übrigens ist das TV-Format „Deutschland sucht den Superstar“ ein guter Beweis dafür, dass nicht nur die Sieger der Shows von ihrem kurz- oder langzeitigen Ruhm profitieren können. Daniel Küblböck – Drittplatzierter und der mit Abstand schrägste Vogel der ersten DSDS-Staffel – tritt bis heute mehrmals pro Jahr in kleinen Kunsttheatern auf und gibt Klassiker oder Coverversionen zum Besten. Zudem veröffentlicht der inzwischen auf Mallorca lebende Sänger regelmäßig Alben, auf denen beispielsweise deutsche Chansons zu hören sind. Einer der größten Profiteure des Sendeformats ist jedoch DSDS-Urgestein Menderes Ba?c?. Seit der ersten DSDS-Staffel quietscht, kreischt und tänzelt der deutsche Unterhaltungskünstler türkischer Abstammung in jedem Jahr vor der Jury und ist seitdem von dem Sendeformat nicht mehr wegzudenken. Zugegebenermaßen ist der Möchtegern-Sänger mit wesentlich weniger Talent als sein großes Idol Michael Jackson gesegnet. Dennoch hat Ba?c? in der Zwischenzeit mehrere Singles veröffentlicht, tourt zur Sommerzeit durch mallorquinische Clubs und schaffte bei DSDS bereits einmal den Sprung in den Recall. Einer der größten Erfolge dieser – eindeutig talentfreien, aber willensstarken „DSDS-Ikone“ – ist seine Präsentation auf der Bravo-Titelseite im Februar 2014.

Verschiedene Shows, unterschiedliche Konzepte

Die größten Casting-Formate der aktuellen Fernsehlandschaft sind Shows wie „The Voice of Germany“ oder „Das Supertalent“. Während die Jury bei „The Voice of Germany“ mit den – zugegebenermaßen – zumeist sehr talentierten Sängern auf Kuschelkurs geht, verfolgen Sendungen wie „Das Supertalent“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ eine andere Strategie. Getreu dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt“ erhalten potentielle Nachwuchskünstler das Lob, das sie sich verdient haben. Sänger und Künstler, deren Wille tausendfach größer als ihr Talent ist, werden unmissverständlich auf ihre Talentfreiheit verwiesen. Mit Bemerkungen wie „Deshalb haben irgendwelche Leute Drogen erfunden – um so was auszuhalten“ demütigt Poptitan Dieter Bohlen regelmäßig die Nachwuchskünstler, die das Mikrofon schon bald wieder gegen ihr normales Leben eintauschen müssen. Aber dennoch erhöhen derartige „Auftritte“ seitens der Castingteilnehmer und Jury den Unterhaltungswert enorm.

Die Stars in der Jury

Casting-Show-Urgestein Dieter Bohlen nimmt seit Beginn in der Jury von „DSDS“ sowie „Das Supertalent“ Platz. In jeder einzelnen Popstars-Folge ist Choreograph Detlef D. Soost am Start gewesen. Die Castingshow „Germany’s next Topmodel“ ist ohne Heidi Klum nicht vorstellbar. Seit Beginn der Sendung „The Voice of Germany“ ist Sänger Rea Garvey das einzige Jurymitglied, das bis heute über die Talente urteilt. Die Liste ehemaliger namhafter Jury-Mitglieder einzelner Castingshows ist groß und reicht von Ausnahmetalent Xavier Naidoo (The Voice of Germany ) über Soul-Queen Sarah Connor (X Factor) bis hin zu Kult-Schlagersänger Heino (DSDS). Übrigens beweisen US-amerikanische Casting-Vorbilder, dass diese Shows auch Weltstars den Erfolgsweg bahnen können. „Star Search“ brachte in den 1980er und 1990er Jahren Pop-Ikonen wie Justin Timberlake, Britney Spears, Christina Aguilera oder Destiny’s Child hervor. Grammy-Preisträgerin Kelly Clarkson feierte als Gewinnerin der Show „American Idol“ im Jahr 2002 Welterfolge und ist bis heute nicht aus dem Showbusiness wegzudenken.

https://www.youtube.com/watch?v=uYu-kqIT7AE
Tags: Superstar, Germany’s next Topmodel, Deutschland sucht den Superstar, American Idol, Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star

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